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Open Access erfolgreich finanzieren: Wie man ohne finanzielle Einbußen publiziert

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Akademische Forschung ist eine endlose Reise der Innovation und Entdeckung, und die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen ist ein grundlegender Schritt in der wissenschaftlichen Welt. Open-Access-Publikationen schaffen einen breiteren Zugang zu wissenschaftlichen Arbeiten, verändern dadurch die Verbreitung von Forschungsergebnissen und fördern so die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern auf der ganzen Welt. Viele Forscher übersehen jedoch oft die Kosten, die mit der Veröffentlichung ihrer Arbeiten verbunden sind. So kann es zu einer unerwarteten finanziellen Belastung des Forschungsbudgets kommen.

Mit diesem Blogbeitrag möchten wir eine umfassende Anleitung zur Planung Ihres Forschungsbudgets für Open-Access-Publikationen geben und aufzeigen, wo Sie Unterstützung zur Deckung dieser Kosten finden.

Lassen Sie uns zunächst das Open-Access-Publikationsmodell verstehen.

Das Open-Access-Modell entstand, um einige grundlegende Probleme des traditionellen Publikationsmodells zu lösen. Bei der traditionellen Publikation tragen die Leser oder ihre Institutionen die Kosten für den Publikationsprozess. Die Autoren übertragen ihre Urheberrechte an den Verlag. Mit diesem Urheberrecht, d. h. dem Recht, Kopien zu erstellen, verdient die Zeitschrift Geld. In der Regel sind es Universitäts- oder Institutionsbibliotheken, sowie Einzelabonnenten, die die Abonnementgebühren zahlen. Allerdings können sich nicht alle Universitäten jedes Abonnement leisten. Das führt zu einem eingeschränkten den Zugang zu Informationen für Mitarbeiter und Studenten. Ein weiteres Problem ist, dass Personen, die nicht an einer Universität angestellt sind, keinen Zugang zu diesen Arbeiten haben oder diesen aus eigener Tasche bezahlen müssen. Größtenteils wird die wissenschaftliche Forschung aus Steuergeldern finanziert. Das führt zu einem gesellschaftlichen Problem, wenn diese Steuerzahler keinen Zugang zu den neuesten Forschungsergebnissen haben. Open Access hingegen ist für die Leser kostenlos. Jeder Mensch mit einem Internetanschluss hat Zugang zu den Artikeln und kann diese herunterladen und lesen. Dies ermöglicht eine größere Sichtbarkeit und steigert die Möglichkeit zitiert zu werden. Darüber hinaus behalten die Autoren des wissenschaftlichen Artikels auch das Urheberrecht.

Ein potenzieller Nachteil des Open-Access-Publikationsmodells sind die Kosten. Viele interpretieren dies als ein durch Autoren finanziertes Modell, obwohl in Wirklichkeit die Forschungsförderer und Forschungseinrichtungen diejenigen sind, die letztendlich für die Open-Access-Publikation zahlen. Dies wird jedoch komplexer, wenn Forschungsförderer, auf nationaler sowie internationaler Ebene, unterschiedliche Verfahren heranziehen, um Open-Access-Publikationsgebühren zu decken.

Arten des Open Access

Derzeit gibt es mehrere gängige Open-Access-Publikationsmodelle. Wenn von Open-Access-Publikationen die Rede ist, denkt man oft an Gold Open Access. Bei Gold Open Access sind die Autoren für die Ermittlung der Finanzierungsquelle zur Deckung der Artikelbearbeitungsgebühr verantwortlich. Bei der Veröffentlichung in Gold-Open-Access-Zeitschriften werden alle Artikel unter “Creative Commons Licenses” veröffentlicht. Die Autoren behalten ihr Urheberrecht und die Artikel sind sofort und frei online verfügbar [1].

Bei Green Open Access werden peer-reviewte, akzeptierte und vorformatierte Zeitschriftenartikel in offenen Repositorien hinterlegt; je nach Zeitschrift kann eine “Embargo”-Frist gelten, d. h. die Artikel dürfen erst nach einer bestimmten Zeit frei zugänglich gemacht werden [2].

Beim Diamond Open Access-Modell zahlen weder die Autoren noch die Institutionen der Leser. Hier wird die Zeitschrift von Spendern unterstützt. Dies können Einzelpersonen, Universitäten oder Stiftungen sein [3].

Bei Hybrid-Zeitschriften können die Autoren, wie der Name schon sagt, entweder auf traditionelle Weise veröffentlichen oder gegen Gebühr ihre Arbeit nachträglich als Open Access “Creative Commons Licenses” veröffentlichen [4]. Eine Studie ergab, dass in der medizinischen Forschung am häufigsten Inhalte in Hybrid-OA veröffentlicht werden [5].

Gründe für Open-Access-Publikationen, einschließlich der Anforderungen der Förderer

Open-Access-Publikationen sind entscheidend für den wissenschaftlichen Fortschritt und die Schaffung einer, auf evidenzbasierten, Gesellschaft. Sie ermöglichen einen barrierefreien Zugriff auf Forschungsergebnisse. Diese Offenheit fördert die Zusammenarbeit, sowie die schnelle Verbreitung von Wissen und Innovation.

Die Anforderungen der Forschungsförderer sind ein weiterer wichtiger Faktor, den es zu berücksichtigen gilt. Viele Förderer haben mittlerweile Mandate für den Open Access auf Forschungsergebnissen aus ihrer geförderten Forschung.

Open-Access-Mandate scheinen auf den ersten Blick einfach zu sein. Aber wie bereits erwähnt, sind Sie als Autor dafür verantwortlich, die Finanzierungsquelle zur Unterstützung Ihrer Open-Access-Publikation zu ermitteln. Hier können strategische Planung und effektives Budgetmanagement Ihnen in Zukunft viel Zeit und Energie sparen.

Veröffentlichen ohne dabei Bankrott zugehen: Wie Sie Ihr Budget für Open-Access-Publikationen planen

Viele Forscher würden zustimmen, dass die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen ein langer und mühsamer Prozess sein kann. Dies kann durch mangelnde finanzielle Planung noch komplizierter werden. “Wozu sollte ich planen?”, fragen Sie sich vielleicht.

Zunächst sollten Sie sich über die Kosten von Open-Access-Publikationen informieren. Diese umfassen Bearbeitungskosten durch redaktionelle Dienstleistung, den Peer-Reviewprozess und die Veröffentlichung. Zusätzlich erheben einige Zeitschriften Gebühren für Farbabbildungen und ergänzende Daten. Um einen reibungslosen Übergang zur Open-Access-Veröffentlichung zu gewährleisten, lohnt es sich, ein effektives Budget zu erstellen, das sich an den Anforderungen Ihrer Förderer, den Unterstützungsmöglichkeiten Ihrer Institution und den Kosten Ihrer Zielzeitschriften orientiert.

Schritt 1: Was sind die Erwartungen Ihres Förderers?

“Wer das Geld hat, hat auch das Sagen.” Um eine erfolgreiche Forscherkarriere zu haben, ist es ratsam, sich an die Anforderungen Ihrer Förderer zu halten, einschließlich aller Open-Access-Publikationsmandate. Jedoch sind diese Informationen nicht immer leicht verständlich. Generell sollte man folgendes beachten:

  • Verlangt Ihr Förderer die Open-Access-Veröffentlichung seiner geförderten Forschung?
  • Wenn ja, muss es sich um einen sofortigen Open Access handeln? Sind “Creative Commons Licenses” nötig?
  • Wenn ja, stehen Mittel für Open-Access-Publikationsgebühren zur Verfügung?
  • Wenn ja, wie können diese genutzt werden? Sollten Sie diese schon in Ihrem Antrag auf Fördergelder integriert sein? Oder handelt es sich um eine Blockfinanzierung für Ihre Institution?

Forschungsförderer können verschiedene Anforderungen bezüglich Open-Access-Publikationen stellen. Im Folgenden listen wir verschiede Arten finanzieller Förderung und dazugehörigen Anforderungen auf.

  • Research Council of Finland: Open Access ist erforderlich und die Kosten sollten als Teil der Forschungsgemeinkosten kalkuliert werden, während Layout- und Redaktionskosten direkte Forschungskosten sind.
  • Canadian Cancer Society: Open Access ist erforderlich, vorzugsweise so schnell wie möglich und spätestens 12 Monate nach Veröffentlichung. Open-Access-Gebühren können in das Forschungsbudget aufgenommen werden.
  • British Heart Foundation: Open Access ist erforderlich, vorzugsweise so schnell wie möglich und spätestens 6 Monate nach Veröffentlichung. Die Stiftung stellt den geförderten Institutionen eine Blockfinanzierung für Open-Access-Gebühren zur Verfügung.
  • Bill & Melinda Gates Foundation: Geförderte Forscher müssen in Gold-Open-Access-Zeitschriften veröffentlichen und die Stiftung zahlt die Artikelverarbeitungsgebühren direkt an den Verlag. 

Schritt 2: Wo sind Sie ansässig?

Zusätzlich zu den Open-Access-Publikationsanforderungen Ihrer Förderer sollten auch regionale Unterstützungsmöglichkeiten für Open-Access-Publikationen in Betracht gezogen werden. Viele Länder können durch Transformationsvereinbarungen bestehende Bibliotheksbudgets für Open-Access-Publikationen verwenden. Bei diesen Vereinbarungen können Autoren in Hybrid-Zeitschriften ohne zusätzliche Kosten open access veröffentlichen. In Gold-Open-Access-Zeitschriften kann entweder kostenlos oder zu einem reduzierten Preis veröffentlicht werden. Einige Länder, die an diesen Transformationsvereinbarungen teilnehmen, sind Schweden, Österreich, Deutschland und viele mehr.

Schritt 3: Wählen Sie die richtigen Open-Access-Zeitschriften aus

Dieser Schritt ist die Grundlage für eine effektive Finanzplanung. Sie als Forscher sollten zunächst Ihre Forschungsziele und Ihre Zielgruppe identifizieren. Wählen Sie als nächstes eine Zeitschrift aus, die für Ihre Forschung geeignet ist. Suchmaschinen und Verzeichnissen, wie z. B. dem Directory of Open Access Journals – DOAJ, und Zeitschriften-Ranking-Tools helfen bei der Suche nach seriösen Zeitschriften. Informieren Sie sich über die verschiedenen Open-Access-Richtlinien der Zeitschriften und notieren Sie sich deren Publikationsgebühren. Dies ist der richtige Zeitpunkt, um alle potenziellen Zeitschriften auszuwählen, die zu Ihren Zielen und Ihrem Budget passen

Schritt 4: Ermitteln Sie die mit Ihrer Publikation verbundenen Kosten 

In der Regel ist es Aufgabe der Autoren, die Mittel zur Deckung der Publikationskosten aufzubringen. Sie variieren stark zwischen Open-Access-Zeitschriften. Alle seriösen Verlage veröffentlichen diese Informationen normalerweise unter “Autorenrichtlinien” oder “Publikationsgebühren”. Einige Zeitschriften erheben auch zusätzliche Gebühren für Farbabbildungen, beschleunigte Publikationsservices, ergänzendes Material und andere optionale Dienstleistungen. Erstellen Sie eine Kostenvergleichstabelle mithilfe einer Tabellenkalkulation oder eines Online-Tools. Diese Tabelle hilft Ihnen dabei, die kostengünstigste Option für Ihre bevorzugten Zeitschriften zu finden, ohne dabei einen Kompromiss bei der Qualität des Journals einzugehen.

Schritt 5: Erstellen Sie ein detailliertes Publikationsbudget

Ausgehend von den oben genannten Informationen ist es nun Zeit, ein umfassendes Publikationsbudget zu erstellen. Die wichtigsten Budgetposten sind:

  • Vorbereitung des Manuskripts: Dazu gehören alle Kosten im Zusammenhang mit der Formatierung, dem Korrekturlesen, und den Abbildungen oder Grafiken, die für Ihren Artikel benötigt werden. 
  • Einreichungsgebühren: Bestimmte Zeitschriften erheben zusätzlich zu den Publikationsgebühren eine Einreichungsgebühr.  
  • Kosten für die Peer-Review: Die meisten Gutachter geben ihr Feedback in der Regel freiwillig ab, aber einige Zeitschriften können dies als optionale Dienstleistung anbieten, wie z. B. eine beschleunigte Peer-Review gegen Gebühral service like expedited peer review for a fee. 
  • Publikationsgebühren und Zusatzkosten 
  • Unvorhergesehene Ausgaben: Behalten Sie einen Teil Ihres Budgets für unvorhergesehene Ausgaben zurück. Empfehlenswert ist es Budgetierungssoftwares zu verwenden, um Ihre Ausgaben zu verfolgen und Ihren Cashflow zu überwachen. Erstellen Sie Berichte und Visualisierungen Ihrer Finanzdaten und suchen Sie bei Bedarf Hilfe von Managementmitarbeitern bei Budgetproblemen.

Jetzt, da Sie die Anforderungen Ihrer Förderer, die mögliche Unterstützung durch Ihre Bibliothek und die geschätzten Kosten Ihrer Publikation kennen, ist es an der Zeit, diese in das Budget Ihres Forschungsantrags einzuarbeiten. Viele Arbeitsabläufe in der Forschung und Wissenschaft können wie eine Henne-Ei-Situation erscheinen, einschließlich der Frage, wie die Kosten für Ihre Forschungspublikation zu berücksichtigen sind. Sehr wahrscheinlich lesen Sie diesen Artikel, weil Sie auf der Suche nach einer Finanzierung Ihrer Publikationskosten für Ihr neuestes Forschungsmanuskript sind.

Bei scientifyRESEARCH haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Forschenden bei der Suche nach Forschungsfinanzierung zu helfen, einschließlich der Suche nach Finanzierung für Open-Access-Publikationen.

Wenn Ihr Paper bereits angenommen wurde, sind hier unsere Tipps, um eine reibungslose Veröffentlichung zu gewährleisten:

  • Unterstützung durch Ihre Institution: Viele Forschungseinrichtungen und Universitäten stellen Fördermittel oder Mitgliedschaften bei Verlagen zur Verfügung, die eine Reduzierung der Publikationskosten für angestellte Forschende bieten. Wenden Sie sich zunächst an Ihre Abteilung oder die Bibliothek Ihrer Einrichtung, um mehr zu erfahren.
  • Forschungsförderer: Einige Förderagenturen bieten finanzielle Unterstützung für Publikationen an, auch wenn die Forschung nicht direkt von der Agentur finanziert wird, darunter The Ehlers-Danlos Society, American Association of University Women (AAUW), and American Council of Learned Societies (ACLS). Verwenden Sie die Premium-Version unserer Datenbank, um Fördermittel für Publikationen zu finden
  • Mittel aus dem Department: Wenden Sie sich an Ihre jeweilige Abteilung. Einige unterstützen ihre Fakultät bei der Deckung von Publikationsgebühren.es. 
  • Crowdfunding: In einigen Fällen haben Forschende Crowdfunding-Plattformen genutzt haben, um Geld für ihre Publikation zu sammeln. Professionelle Netzwerk und soziale Medien können dabei helfen Unterstützung für Ihre Arbeit zu finden. Einige nützliche Plattformen sind: Experiment.com, Medstartr und Kickstarter. Manche Crowdfunding-Anbieter arbeiten auch mit Institutionen und Bibliotheken zusammen. Sprechen Sie mit Ihrer Bibliothek, wenn Sie diese Option in Betracht ziehen möchten. 

Die Open-Access-Publikation befindet sich in einem ständigen Wandel, daher ist es nützlich sich über die neuesten Updates zu informieren und Ihre Budgetstrategie anzupassen. Flexibilität und die Führung detaillierter Aufzeichnungen über alle Ausgaben sind der Schlüssel zu einer effektiven Budgetverwaltung. Hier bei scientifyRESEARCH unterstützen wir Sie gerne mit Informationen zur Forschungsfinanzierung

References

[1] Difference between Green and Gold Open Access. Elsevier Author Services. Accessed October 23, 2023.

[2] Gadd, E., & Troll Covey, D. (2019). What does ‘green’ open access mean? Tracking twelve years of changes to journal publisher self-archiving policies. Journal of Librarianship and Information Science, 51(1), 106–122.

[3] Gajović S. Diamond Open Access in the quest for interdisciplinarity and excellence. Croat Med J. 2017 Aug 31;58(4):261-262. 

[4] Open Access Overview. Earlham College. Accessed October 23, 2023.

[5] Laakso, Mikael; Björk, Bo-Christer (2016). Hybrid open access—A longitudinal studyJournal of Informetrics. 10 (4): 919–932.

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