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Fördermittel für Forscher*innen, die eine Promotion planen

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Sondierst Du Deine beruflichen Möglichkeiten und denkst über eine Promotion nach? Bist Du begeistert von der Aussicht, Zeit und Energie auf ein Thema zu verwenden, das Du mit Leidenschaft verfolgen? Bist Du fasziniert von der Entdeckung neuer Dinge und noch mehr von dem Prozess der Entdeckung? Dann könnte eine Promotion ein geeigneter nächster Schritt auf Deinem Karriereweg sein.   

Ein Doktortitel ist der höchste akademische Grad, den man erwerben kann, und er erfordert harte Arbeit, Hingabe und Disziplin. Ein Doktortitel öffnet viele Türen, sowohl beruflich als auch privat. Wenn Du das richtige Fachgebiet wählen, ist der Doktortitel nicht nur der Schlüssel zu einer akademischen Karriere, sondern sichert Dir auch eine hohe Nachfrage seitens der Industrie. Und was noch wichtiger ist: Ein Doktortitel kann Dir die Welt öffnen und Dich mit Freunden und Mentoren fürs Leben verbinden.

Wenn Du sich entschließt, den nächsten Schritt in Deiner akademischen Laufbahn zu tun und zu promovieren, musst Du oft einige Herausforderungen meistern. Eine davon ist die Finanzierung: nicht nur, weil die Finanzierungsmöglichkeiten häufig nicht klar sind, sondern auch, weil das Bewerbungsverfahren oft kompliziert und verwirrend ist.   

Je nachdem, wo Du Deine Promotion beginnst, dauert sie zwischen 3 und 8 Jahren. Das ist ein langer Zeitraum, der mit hohen Kosten verbunden sein kann. Während Länder wie Deutschland, Dänemark, Österreich, Schweden und Norwegen keine Studiengebühren für Promotionen erheben, zahlen Doktoranden in anderen Ländern mitunter hohe Gebühren für ihren Abschluss. In den USA beispielsweise liegen die durchschnittlichen Kosten für eine Promotion bei 114.300 USD, wenn man keine finanzielle Unterstützung von der Universität erhält [1]. Zu bedenken ist auch der Einkommensverlust, den Du während Deiner Promotion erleiden.

Daher ist es wichtig, eine geeignete Finanzierung zu finden. Je nachdem, wo Du dich befinden und aus welcher Quelle die Mittel stammen, werden für die Finanzierung unterschiedliche Begriffe verwendet. Fördermittel für Doktoranden können als Stipendien, Beihilfen, und Zuschüsse bezeichnet werden. Da die Terminologie unterschiedlich ist, ist es wichtig, dass Du dies im Hinterkopf behältst, Deine Suchbegriffe erweiterst und das Kleingedruckte liest, um zu verstehen, was die Finanzierungsmöglichkeit bietet. Idealerweise benötigst Du eine Finanzierung, die die Studiengebühren (Du bist schließlich noch Student), alle zusätzlichen forschungsbezogenen Kosten und vor allem Deine Lebenshaltungskosten deckt. Manche Förderungen decken Deine Ausgaben vielleicht nicht vollständig ab, aber das bedeutet nicht, dass Du diese Möglichkeiten ausschlagen solltest: Auch kleine Beträge können sich zu bedeutenden Summen summieren, und Du kannst nebenbei Deinen Finanzierungsnachweis erbringen. Allen Stipendien ist jedoch gemeinsam, dass sie im Gegensatz zu einem Kredit nicht zurückgezahlt werden müssen.

Wo Du mit der Suche nach Fördermitteln beginnen solltest – an der Universität, an der Du promovieren möchtest 

Die erste Anlaufstelle für ein Stipendium sollte die Universität sein, an der Du promovieren möchtest. Vor allem wenn Du an einer forschungsintensiven Universität studierst, gibt es in der Regel die Möglichkeit, sich um Stipendien zu bewerben. Darüber hinaus kann die Universität auch Reise- und Forschungsstipendien anbieten. Diese werden vor allem während des Promotionsstudiums vergeben, um die Kosten für die Teilnahme an Konferenzen, Feldforschung oder andere Forschungsausgaben zu decken.   

Nationale Stipendien   

Im Mittelpunkt der Programme vieler Länder zum Aufbau von Forschungskapazitäten steht die finanzielle Unterstützung der Doktorandenausbildung. Diese Mittel werden in der Regel von den wichtigsten Wissenschaftsförderern des Landes verwaltet und sind oft an die Staatsbürgerschaft bzw. den ständigen Wohnsitz des Empfängers gebunden.  

Einige Beispiele sind das Swiss National Science Foundation (SNSF)’s Doc.CH program. Das Programm unterstützt Doktoranden in den Sozial- und Geisteswissenschaften, die die Schweizer Staatsbürgerschaft besitzen oder ihren Masterabschluss in der Schweiz gemacht haben. In den USA, sind die National Institutes of Health (NIH) der wichtigste Geldgeber für die biomedizinische Forschung und bieten finanzielle Unterstützung für Doktoranden. Dazu gehört der Ruth L. Kirschstein Predoctoral Individual National Research Service Award, der die Vielfalt in der biomedizinischen Forschung fördert und dessen Empfänger Staatsbürger der USA sein oder ihren ständigen Wohnsitz in den USA haben müssen. Für die meisten Studenten der Natur- und Ingenieurwissenschaften in den USA ist die National Science Foundation eine hervorragende Quelle für die Finanzierung von Promotionen.  

Internationale Mobilitätsstipendien  

Eine weitere Möglichkeit sind internationale Stipendien. Es gibt Organisationen und Institute, die Stipendien ausschließlich für internationale Studierende anbieten. Diese Option kann vor allem dann hilfreich sein, wenn Du in dem Land, in dem Du studieren möchtest, nicht für andere Finanzierungsmöglichkeiten in Frage kommen. Internationale Stipendien sind oft prestigeträchtig und sehr großzügig, und einige decken neben den Promotionsgebühren sogar Lebenshaltungskosten und Reisekosten ab. 

In Deutschland ist der German Academic Exchange Service (DAAD) die wichtigste Organisation, die Studierende aus Nicht-EU-Ländern bei der Promotion in Deutschland unterstützt und ihnen für die Dauer des Studiums ein Vollstipendium gewährt. Die australische Regierung stellt Mittel für ihr Research Training Program (RTP), zur Verfügung, das sowohl inländischen als auch internationalen Studierenden, die einen Forschungs-Masterabschluss oder eine Promotion anstreben, offensteht. Das australische RTP wird von den australischen Universitäten verwaltet. Wenn Du also daran interessiert bist, in Australien zu promovieren, kannst Du Dich bei der Universität, an der Du studieren möchtest, entsprechende Informationen einholen. Im Vereinigten Königreich gibt es mehrere Förderprogramme für internationale Studierende, darunter die Commonwealth Scholarship Commission, die Studierende mit der Staatsangehörigkeit eines Commonwealth-Landes unterstützt, und die Marshall Scholarships, für Studierende mit der Staatsangehörigkeit der USA. Wenn Du an einem Studium in den USA interessiert bist, unterstützt das Fullbright Foreign Student Program Studierende aus über 150 Ländern. Wenn Du in Japan studieren möchtest, bietet die japanische Regierung das Monbukagakusho (MEXT) Stipendium für internationale Studierende an. Die Organization for Women in Science for the Developing World (OWSD) unterstützt Frauen in Entwicklungsländern mit Promotionsstipendien. In Österreich unterstützt die Austrian Academy of Sciences exzellente Doktoranden aller Fachrichtungen mit einem großzügigen Stipendium für 3 Jahre. 

Stiftungsstipendien  

Neben den staatlichen und zwischenstaatlichen Fördereinrichtungen unterstützen auch mehrere Stiftungen die internationale Mobilität von Forschungsstudenten. Die Canon Foundation fördert die internationale Kultur und die wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Europa und Japan und bietet Stipendien für Doktoranden aus Europa zum Studium in Japan und umgekehrt. Das Blanceflor Scholarship von der Foundation Blanceflor Boncompagni Ludovisi, née Bildt bietet Doktoranden aus Schweden und Italien die Möglichkeit, in Kanada, Deutschland, Italien, Japan, Schweden, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich oder den USA zu forschen.

In Deutschland bietet die Heinrich Böll Foundation Promotionsstipendien für Promovierende an. Die Fonds der Fonds der Chemischen Industrie (FCI) stellt Mittel für Chemiestudenten bereit, z. B. das Kekulé-Stipendium. Im Bereich der geisteswissenschaftlichen Forschung bietet die Gerda Henkel Foundation weltweit Stipendien für Doktoranden an. Die unabhängige, gemeinnützige Stiftung Boehringer Ingelheim Fonds unterstützt die biomedizinische Forschung mit einem Stipendium für Doktoranden. 

In den USA sucht die Hertz Foundation nach Innovatoren in Wissenschaft und Technik und unterstützt Doktoranden mit einem sehr großzügigen Jahresstipendium. Die American Association of University Women (AAUW) unterstützt internationale Doktoranden, die Frauen sind, für ein Studium in den USA.   

Fachspezifische Stiftungsstipendien   

Stiftungen und Gesellschaften, die sich auf bestimmte Fachgebiete spezialisiert haben, bieten ihren Mitgliedern ebenfalls häufig Promotionsstipendien an. Einige Beispiele: Die ACCP Foundation vergibt Future Grants an ihre Mitglieder weltweit. Die British Pharmacological Society finanziert das AJ Clark Studentship für Pharmakologie-Doktoranden im Vereinigten Königreich und Irland. Ebenfalls im Vereinigten Königreich befasst sich die British Heart Foundation mit Herz- und Kreislaufkrankheiten und bietet Stipendien für Doktoranden an. Zonta International, eine weltweit führende Organisation zur Unterstützung von Frauen, bietet weltweit Stipendien für Doktorandinnen in der Luft- und Raumfahrttechnik an.

In den meisten Fällen besteht die Möglichkeit, das Promotionsstipendium mit anderen Finanzierungsmöglichkeiten zu verknüpfen. Sei es ein Promotionsdarlehen oder Gehaltszahlungen, die man während der Zeit erhält. Gerade kleine Stipendien sind oft für solche Kombinationen ausgelegt. Bei Stipendien, die die gesamten Kosten des Promotionsstudiums abdecken, kann eine weitere Finanzierung jedoch nicht erwünscht sein. Daher ist es wichtig, sich im Vorfeld zu informieren!   

Der nächste Schritt: die Bewerbung

Wenn Du Dich für eine der Fördermöglichkeiten entschieden hast, beginnt das Bewerbungsverfahren. Die Bewerbungs- und Zulassungskriterien für Promotionsstipendien sind so unterschiedlich wie die verschiedenen Organisationen, die sie anbieten. Daher sollte man sich vor der Bewerbung immer erst über alle relevanten Details informieren. In den meisten Fällen wird jedoch eine Übersicht über die akademischen Qualifikationen sowie ein persönliches Statement verlangt. Natürlich kann und sollte man sich bei offenen Fragen an die Förderorganisation wenden.   

Dabei sollten mehrere Aspekte berücksichtigt werden:  

  • Prüfe alle relevanten Kriterien: Ist das Stipendium für Dein Projekt geeignet? Erfüllst Du alle angegebenen Antragsvoraussetzungen?  
  • Sei organisiert: Vergiss nicht, die Fristen zu beachten und den Überblick über Deine Anträge zu behalten!  
  • “Lege nicht alles auf eine Karte”: Bewerbe Dich für verschiedene Stipendien, um eine Auswahl zu haben und auf der sicheren Seite zu sein.  
  • Versetze Dich in die Lage des Geldgebers: Was kannst Du tun, um die Geldgeber zu überzeugen?   
  • Beginne rechtzeitig mit Deiner Suche!   

Um sicherzustellen, dass Du alle relevanten Förderkriterien erfüllst, haben wir unsere Research Funding Database genau auf diese Anforderungen ausgerichtet. Oft liest man Informationen über Stipendien und ist begeistert, nur um später zu lesen, dass man nicht in vollem Umfang förderfähig ist. Um solche Enttäuschungen und Zeitverluste zu vermeiden, haben wir die Förderinformationen nach den wichtigsten Förderkriterien gegliedert, darunter Karrierestufe, etwaige Voraussetzungen wie bestimmte Abschlüsse, Fachgebiet, Arbeitsort, Deine Staatsangehörigkeit, Förderhöhe und Förderdauer. So kannst Du mit Hilfe von Filtern Deine Situation beschreiben und Dir relevante Förderungen anzeigen lassen.  

Um Dir den Prozess noch einfacher zu machen, haben wir von scientifyRESEARCH eine Liste erstellt, die Dir einen Überblick über die Förderungsmöglichkeiten für PhD Studierende. Du kannst Dich auch für unsere Grant Alerts anmelden, damit Du keine relevanten Förderungsmöglichkeiten verpasst, wenn sie auf unserer Website veröffentlicht werden. 

Eine Promotion kann eine der aufregendsten Zeiten in Deinem Leben sein – lasse Dich nicht von finanziellen Hindernissen von diesem Abenteuer abhalten. Mit den Informationen zur Finanzierung von Promotionen hier hoffen wir, dass Du einen guten Start bei Deiner Suche nach Promotionsmöglichkeiten hast, und wünschen Dir alles Gute für Deine Forschungsreise!  

[1] Average cost of a doctorate degree. Education Data Initiative.

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